Unser neues Domdach

Der Bischof von Bozen hat gleich zwei Kathedralkirchen. Im Dom zu Brixen residiert das leitende Gremium der Diözese und im Dom zu Bozen residiert er selbst.

Domdach BozenDass der Himmel einstürzen würde, musste Dekan Bernhard Holzer, Dekan von Bozen, nicht befürchten. Wohl aber, dass ihm die Dachziegel seiner eigenen Kirche auf den Kopf fallen könnten. Denn nach starkem Schneefall im Dezember 2008 hatten sich einzelne Biberschwanzziegel aus dem über 50 Jahre alten Dach gelöst und waren im Kirchhof zerschellt. Gott sei Dank wurde dabei niemand verletzt. Sofort wurde der Kirchhof abgesperrt und das Dach von Fachleuten inspiziert. Das Ergebnis war ernüchternd: Eine rasche Sanierung war unumgänglich, um weitere schwere Schäden zu vermeiden. Die Kosten dafür beliefen sich auf knapp 1 Mio. Euro. Für die Dompfarre Bozen kam das zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, da bereits in den Vorjahren umfangreiche, kostenintensive Arbeiten im Inneren des Domes angefallen waren. Doch die Bozener Bürger ließen ihren Dom nicht im Regen stehen. Für je 25 Euro kauften sie die historischen Ziegel, und ab zehn Bibern durften sich die Spender mit ihrem Namen auf den neuen Ziegeln ins "tönerne Buch" des Domdachs eintragen. Außerdem beteiligten sich das Land Südtirol und die Stiftung Südtiroler Sparkasse an den Kosten.

Nach altem Vorbild

Domdach BozenDie Pfarrkirche wurde 1943 durch alliierte Bomber zerstörtet und 1949 bei ihrem Wiederaufbau mit Ziegeln aus italienischer Produktion neu eingedeckt. Das auffällige Rautendach war schon seit Menschengedenken ein Merkmal des gotischen Gotteshauses gewesen, und so war klar, dass das neue Dach sich an der alten Farbgebung und dem alten Dachmuster orientieren musste. Nach den guten Erfahrungen am Dom zu Brixen führte auch hier die erste Anfrage zu den "Bibernschwanzziegeln" von denen eine breite Palette von insgesamt 60 Farbtönen zur Verfügung stand. Aber selbst diese reichten nicht aus, um alle Bozener Farben genau wiederzugeben. Als der Dachdeckermeister mit Farbmustern zum Hersteller reiste, zeigte sich, dass Dunkelgrün, Gelb und Dunkelbraun ihre Entsprechung fanden, auch für den matteren der beiden Grüntöne fand man eine passende Farbe. Für den weißen Farbton aber war eine Sonderanfertigung notwendig. Ergebnis: Dieser Farbton trägt deshalb den Namen "Dom-Weiß". Nachdem das Denkmalamt Südtirol der vorgelegten Mustereindeckung und den grünen Gratziegeln "grünes Licht" gegeben hatte, konnten die Arbeiten beginnen. Wegen der großen Fläche von 3.600 m2 und dem hohen Zeitdruck bildeten drei Südtiroler Dachdeckerbetriebe eine Arbeitsgemeinschaft.

Domdach BozenNach der Abdeckung der alten Ziegel zeigte sich, dass der offene Dachstuhl aus Lärchenholz noch in gutem Zustand war. Nur 10 Prozent der Lattung mussten ausgetauscht werden. Dämmung und Unterspannbahn kamen aus Denkmalschutzgründen nicht in Frage. Eine Herausforderung war allerdings die steile Dachneigung von rund 45 Grad und das aufwendige Muster mit insgesamt fünf verschiedenen Farbtönen, vor allem an den Schleppgauben auf dem Dach. Da die Latten in einem relativ kleinen Abstand von 19 cm angebracht waren, ergab sich einerseits eine ungewöhnlich starke Doppeldeckung und damit ein höherer Verbrauch pro Quadratmeter, andererseits ließen sich so die Farbmuster noch genauer ausführen und die Regeneintragssicherheit weiter erhöhen. Und da man bei so großen Dachflächen jede Unebenheit sieht, mussten die Latten teilweise eigens aufgepolstert werden."

Für die Sturmsicherheit sorgen 20.000 Sturmklammern. Und da bei dem hohen Schneeaufkommen in Südtirol und der starken Dachneigung von 45 Grad immer mit Dachlawinen zu rechnen ist, wurde das das Dach zusätzlich mit Schneefanggittern ausgestattet. Dreieinhalb Monate nach Baubeginn und rechtzeitig zum regenreicheren Herbst fielen die Baugerüste, und die Bozener sahen wieder das vertraute Rautenmuster auf ihrem Dom.

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